Roland Kroell (Jahrgang 1954), der Ethno-Barde und Keltenforscher aus
dem Schwarzwald ist ein Multitalent. Besonders als Autor und Musiker liegt
sein Wirkungsgebiet meist in dem Dreieck zwischen Frankreich, Deutschland
und der Schweiz. Nebenbei hält er beispielsweise noch Vorträge, bietet
Wanderungen, präsentiert Seminare oder kreiert Hörspiele.
Der alemannische Schamane gibt keine einfachen Konzerte, sondern
zelebriert regelrecht ein Gesamtkunstwerk- erschafft eine mittelalterliche
Atmosphäre, die fasziniert und verzaubert. Ein Experte über Mythen, Sagen
und Geschichten aus dem Schwarzwald und den Vogesen, mit dem Schwerpunkt
Kelten.
Was fasziniert Sie so an den Kelten, neben ihrer Musik?
Es ist das Spüren einer alten inneren Wurzel. Die Geschichte, Legenden und Mythen finde ich sehr faszinierend.Hätten Sie die Macht in die Vergangenheit der Kelten zur reisen, was würden Sie dort gerne darstellen- z.B. ein Barde oder Druide?
Ein Barde, natürlich!Wo sehen Sie die größten Unterschiede zu der damaligen Zeit der Kelten und heutigen modernen Welt?
Das ist wohl schwer zu vergleichen. Die Kelten lebten noch in natürlichen Abläufen. DIE Natur und ihre Kräfte und Rhythmen waren ihnen heilig. Sie lebten noch mehr nach dem Erdarchetypus und glaubten an die grosse Göttin.Magie, Geheimnisse und Rituale scheinen Sie sehr zu faszinieren, wann begann ihre Leidenschaft dafür?
Es war die Beschäftigung mit den Bräuchen, Sagen und Legenden meiner Heimat, dem Schwarzwald, wo ja einst keltische Stämme, wie die Rauriker und Helvetier lebten.Musik unterstützt Rituale, Musik kann eine Droge sein, Musik ist Magie, wo sehen Sie die größte Kraft in der Musik?
Musik verbindet die WELTEN. Es sind die Emotionen und GEFÜHLE, die dann zum Schwingen kommen. Es ist wie ein Hineinfallen in die Andere Welt, das autre monde der Kelten oder das Ähnedra der Alamannen.Wolfram von Eschenbach, der Dichter aus dem Mittelalter, könnte ein Vorfahre von Ihnen sein, was macht diese geheimnisvolle Person für Sie so interessant?
Er hat sich auch mit den europäischen Einweihungswegen und keltischen Mythen, wie Parzival, beschäftigt.Haben Sie persönlich schon einmal übernatürliche Phänomene erlebt?
Da könnte ich eine unendliche Geschichte schreiben. In meinen Büchern steht einiges davon.Die Zeit im so genannten Mittelalter war im Vergleich zur Heutigen extrem hart und kurz. Wer das Pech hatte in einem niedrigen Stand aufzuwachsen, war der Spielball von vielen Personen. Trotzdem sind etliche Menschen davon fasziniert - warum, was denken Sie als Experte?
Sehr schlimm war, daß sich die Bewegung der Hexenverbrennung durchsetzen konnte. Genau dagegen haben diese Minnesänger versucht anzugehen und mittels des Gesanges von der "Liebe, der Minne" und den alten heidnischen freien Liebesbräuchen, zu singen.Glauben Sie an einem Leben nach dem Tod; es gibt dazu viele Theorien, doch noch immer keine absoluten Beweise?
Ich MÖCHTE mich nicht ganz festlegen. Ich denke, es gibt etwas ganz Grosses, wenn wir sterben. Der Tod sollte eigentlich der Höhepunkt des Lebens sein.Sie haben schon sehr viel gemacht in Ihrem Leben, gibt es noch einen unerfüllten Wunsch, den Sie unbedingt realisieren möchten?
Oh, ja, ich möchte NATÜRLICH, einfach Leben. Vielleicht mit TIEREN, dass war mein Traum, als ich noch ein kleiner Junge war.|
|
|
|
|
|
|
|